Nach einer einjährigen Umbauphase ist es endlich so weit, am Sonntag, 22. Juli, öffnet das Familienfreibad Hengstfeld jetzt endlich wieder seine Pforten.

März 2011, Jahreshauptversammlung des Fördervereins Freibad Hengstfeld: Das Bad stand vor dem Aus, die Technik war veraltet, das Gesundheitsamt ließ keinen Badebetrieb mehr zu.

Eine Komplettsanierung stand im Raum - Kosten 200 000 bis 300 000 Euro. Für den Verein und die Gemeinde schien es unmöglich, dies zu stemmen. Was tun? Freibad zumachen, Verein auflösen?"Nicht mit den Hengstfeldern", dachte man sich und machte sich ans Werk.

Ein alternativer Sanierungsplan wurde erstellt. Der Umbau sollte in mehreren Phasen bei Kosten von zirka 50 000 Euro liegen. Dieser Plan wurde abgesegnet und die Arbeiten konnten eigentlich beginnen.

Zunächst musste allerdings die Finanzierung gesichert werden, und da war der Sieg bei der Radio-Ton-Bürgerinitiative verbunden mit einem Scheck über 10 000 Euro sehr hilfreich. Gleichzeitig wurde eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Dank einiger Großspenden von Firmen und vieler kleiner aus der Bevölkerung kamen noch einmal 10 000 Euro zusammen. Mitte Juli konnte es dann losgehen. Der Beckenrand wurde abgesägt, die Bagger rückten an, und es wurde fleißig gebuddelt. Zig Metern an Rohren mussten verlegt werden,

Das Becken wurde von Längsdurchströmung auf Querdurchströmung umgestellt. Jetzt rückten die Betonbauer an, Schalungen wurden erstellt und der Beckenrand erhöht. Etliche Kubikmeter Beton wurden verbaut, Gleichzeitig nahmen die Arbeiter die Außenanlage in Angriff. Langsam nahm das Freibad Gestalt an und rief immer mehr Aufmerksamkeit hervor. Nach diversen Berichten in Presse und Radio war Mitte September sogar ein Team des SWR vor Ort und drehte einen Bericht für die Abendschau.

Das Jahr 2011 ging langsam zu Ende. Von außen sah es schon nach Freibad aus, es fehlte allerdings noch die komplette Technik.

Zwischendurchänderte der Förderverein Freibad Hengstfeld seinen Namen in"Familienfreibad Hengstfeld" undübernahm das Bad komplett von der Gemeinde Wallhausen als Betreiber.

Der harte Winter brachte den Zeitplan etwas ins Stocken, aber sobald es die Witterung zuließ, wurde wieder"in die Hände gespuckt."

Oft durch Zufall erhielt man die komplette Pumpen- und Filtertechnik aus Sanierungen anderer Bäder praktisch kostenlos. Die musste nur noch dort abgebaut und nach Hengstfeld transportiert werden. Im Frühjahr nahm man dann die restlichen Arbeiten in Angriff.

Der neue Filter benötigte Platz: Ein Keller wurde ausgehoben, der Filter dort versenkt. Darüber kam ein Anbau und obendrauf gab es noch ein neues Dach für das ganze Gebäude. Die gesamte Pumpentechnik wurde installiert und zum ersten Mal in Betrieb genommen.

Nun waren eigentlich nur noch etliche Verschönerungsarbeiten angesagt. Die Toiletten und Umkleideräume erhielten ein neues Gesicht, letzte Pflasterarbeiten standen noch an. Die Liegewiese wurde mit Rasen eingesät und der Außenbereich durch Bepflanzung verschönert. Leider gibt es kein Kinderplanschbecken mehr, finanziell und technisch wares zu aufwendig, dafür gibt es aber einen Wasserspielplatz für die Kleinen.

Inzwischen ist alles fertig, das Gesundheitsamt hat das Bad abgenommen und so steht der Wiedereröffnung nichts im Wege. Das wird mit einem kleinen Festakt am Sonntag auch gebührend gefeiert."Zum Abschluss möchte sich das Familienfreibad bei allen großen und kleinen Helfern für die geleistete Arbeit bedanken. Zusätzlich bei allen beteiligten Firmen für die Unterstützung, bei der übrigen Bevölkerung für die große Spendenbereitschaft und bei der Gemeinde Wallhausen für die Unterstützung", erklären die Verantwortlichen.


Quelle:
Hohenloher Tagblatt, 20.07.2012
PM