Das "Familienfreibad Hengstfeld" ist mit dem Ehrenamtspreis des Landes ausgezeichnet worden. Die Initiative aus Wallhausen erhielt den ersten Preis - die "Freibad-Kollegen" aus Goldbach wurden Dritter.

Es war ein glanzvoller Abend im Neuen Schloss in Stuttgart. Stellvertretender Ministerpräsident Nils Schmid übernahm die Ehrungen für verdiente Initiativen, die beim Landeswettbewerb "Echt gut - Ehrenamt in Baden-Württemberg" erfolgreich waren.

Zu den Geehrten zählten gleich zwei Initiativen aus der Region Crailsheim: das Familienfreibad Hengstfeld und der Schwimmverein Goldbad. Beide schafften es in ihrer Kategorie auch aufs Treppchen. Mehr noch: Das Familienfreibad Hengstfeld holte in der Kategorie "Soziales Leben" den ersten Platz und darf sich über ein Preisgeld von 4000 Euro freuen. Der Schwimmverein Goldbad kam in der Kategorie "Sport und Kultur" auf Platz drei und darf sich über ein Preisgeld von immerhin 1000 Euro freuen. Insgesamt machten mehr als 1000 Projekte, Vereine und Initiativen aus dem Land beim Ehrenamtspreis mit.

Erfreut war Gerhard Tripps, Vorstand des Familienfreibads Hengstfeld: "Hier ist etwas Großes entstanden, und alle im Dorf helfen mit. Auf das, was wir geschafft haben, sind wir stolz. Diese Auszeichnung ist natürlich eine tolle Unterstützung", so der Mann aus Wallhausen.

Ausgezeichnet: Gerhard Tripps (Mitte) vom Familienfreibad Hengstfeld. Die Urkunde erhielt er vom stellvertretenden Ministerpräsidenten Nils Schmid und von Sozialministerin Katrin Altpeter. Fotos: Volker Knopf

In seiner Laudatio sagte SWR-Mann Markus Brock, der die Veranstaltung moderierte: "Ein kleines Freibad ist ein wichtiger sommerlicher Treffpunkt für Groß und Klein in der 580-Seelen Gemeinde Hengstfeld. Da das Bad gesetzliche Auflagen nicht mehr erfüllte, sollte es geschlossen werden. In über 20 000 Arbeitsstunden sanierte der Verein Familienfreibad Hengstfeld das Bad grundlegend. Der Verein betreibt das kleine Bad autark und komplett ehrenamtlich. Die Sanierung des Bades stärkte in der Gemeinde das Verantwortungsbewusstsein. So ließen sich zwischenzeitlich über 50 Einwohner zu Rettungsschwimmern ausbilden und teilen sich nun die Zeiten der Aufsicht. Rentner kümmern sich um die Grünflächen, und ortsansässige Spezialisten prüfen die Wasserqualität, die Technik, die Pumpenanlagen. Alle helfen zusammen, damit das kleine Bad weiter besteht und die Kinder im Sommer jederzeit ins Freibad gehen können."

Und natürlich stand auch der Schwimmverein Goldbad im Mittelpunkt. Viola Müller-Ludwig vom Vorstand freute sich ebenfalls über die Auszeichnung. "Diese Auszeichnung zeigt viel Wertschätzung und ist eine große Ehre", so die sympathische Schwimm-Aktivistin. Zum Goldbad sagte der SWR-Moderator: "2003 drohte das Aus des Goldbads, was der Schwimmverein
mit viel Engagement verhindern konnte. Sie renovierten in Eigenleistung die Kiosk-Gaststätte, und seit 2005 betreibt der Verein den Kiosk selbst. 

Voll des Lobes war Schmid für die bürgerschaftlich Aktiven aus dem Land. "Ohne solch ein ehrenamtliches Engagement würde unsere Gesellschaft nicht funktionieren. Es sind genau diese Menschen, die meist ohne großes Aufsehen für das Wohl anderer engagieren."Mit der Modernisierung der Sanitärräume hat der Verein 2012 die Attraktivität des Bads deutlich gesteigert. Da 2013 die Wasserqualität nicht garantiert werden konnte, blieb das Bad geschlossen. 2014 konnte der Verein den Gemeinderat überzeugen, das Bad zu sanieren. Schon in den ersten zwei Wochen der Sanierungsarbeiten wurden dabei über 300 Arbeitsstunden ehrenamtlich geleistet. Insgesamt werden etwa 2000 Arbeitsstunden benötigt. Es können so 85.000 Euro gespart werden. Damit der Verein künftig den gesamten Betrieb mit Kiosk, Pflege der Anlagen und Badeaufsicht übernehmen kann, wurden Rettungsschwimmer ausgebildet."


Zusatzinfo

"Echt gut!" in diesem Jahr zum neunten Mal ausgeschrieben
Der Ehrenamtswettbewerb "Echt gut!" wurde 2014 zum neunten Mal von der Landesregierung ausgeschrieben. Schirmherr ist Ministerpräsident Kretschmann. Neben dem federführenden Sozialministerium sind das Staatsministerium, das Ministerium für Integration, das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft sowie das Ministerium für Kultur, Jugend und Sport beteiligt. Zudem unterstützen die ENBW sowie der Sparkassenverband den Wettbewerb.


Quelle:
Hohenloher Tagblatt, 08.12.2014
Volker Knopf

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