In mehr als 20.000 Arbeitsstunden haben die Mitglieder der Initiative "Familienfreibad Hengstfeld" ihr Bad von Grund auf saniert. Jüngst wurde der Verein dafür mit dem Landes-Ehrenamtspreis ausgezeichnet.

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Gerhard Tripps (vorne rechts), Sohn Daniel und Jürgen Kochendörfer vor den Rohren,
die das Freibadbecken mit dem Filter verbinden. Eingebaut wurde das Ganze von Ingenieur
Claus Meider - ehrenamtlich, versteht sich.

Foto: Anna Berger

Das "Familienfreibad Hengstfeld" liegt ganz am Rand der Ortschaft. Es ist klein, aber gepflegt. Am einen Ende des Beckens ragt ein bunter Kinderspielturm auf. Auf der anderen Seite verspricht eine weiße Doppelrutsche eine lustige Fahrt ins kühle Nass. Die untergehende Sonne taucht das Becken in einladendes Orange. Man möchte hineinspringen in dieses Bad. Wäre da nicht der eisige Januarwind, der das Wasser kräuselt und einen schon in Winterjacke frösteln lässt. "Das Freibad wurde in den 60er-Jahren eigentlich als Feuerlöschteich gebaut", erklärt der Hengstfelder Gerhard Tripps den Umstand, dass das Becken selbst im Winter noch mit Wasser gefüllt ist.

„Manchmal haben rund 40 Leute auf der Baustelle geholfen“

Erst seit 1972 ist der Feuerlöschteich auch Freibad. Es ist Tripps und den anderen Mitgliedern des Vereins "Familienfreibad Hengstfeld" zu verdanken, dass das bis heute so ist. Denn noch 2011 stand es nicht gut um das Bad. Weil die Technik veraltet war, hatte das Gesundheitsamt das Bad damals geschlossen. Schluss, aus und vorbei? Das wollten die Mitglieder des Vereins "Familienfreibad Hengstfeld" nicht akzeptieren. Für 40.000 Euro und in mehr als 20.000 Arbeitsstunden sanierten sie das Bad von Grund auf - und konnten es schon nach nur einem Jahr zur Freibadsaison 2012 wieder öffnen.

"Es gab Tage, da haben rund 40 Leute auf der Baustelle geholfen", erzählt der Vorsitzende des Vereins, Gerhard Tripps. "Jeder tat, was er konnte. Vom Fünfjährigen bis zum 75-Jährigen." Tripps klopft seinem Sohn Daniel anerkennend auf die Schulter. Der Zwölfjährige hat viel bei der Sanierung geholfen. Ob ihm das Spaß gemacht habe? "Das war toll", sagt er und nickt eifrig. Man dürfe nicht unterschätzten, was Kinder und Rentner hier geleistet haben, betont auch der zweite Vorsitzende des Vereins, Harald Kochendörfer. "Außerdem haben wir viel Unterstützung von Firmen aus der Region erhalten."

Eine der größten Herausforderungen war die Wasserhydraulik. "Wir mussten ja alles erneuern. Das hätte eigentlich ein Vermögen gekostet", sagt Tripps. Es war ein Glück für den Verein, dass die Solymar-Therme in Bad Mergentheim zu dem Zeitpunkt gerade saniert wurde. "Wir konnten dem Solymar den Filter und die Rohre abkaufen", erzählt Tripps und verweist darauf, dass das Familienfreibad dadurch nicht nur kostengünstig, sondern auch umweltschonend erneuert wurde.

Für ihr Engagement erhielt die Hengstfelder Initiative jüngst den mit 4000 Euro dotierten LandesEhrenamtspreis. "Das hat uns sehr gefreut", sagt Tripps. "Es ist schön, Anerkennung für das Getane zu bekommen." Außerdem tue es dem Verein gut, sein finanzielles Polster vergrößern zu können. Schließlich sollen die Hengstfelder Kinder auch in Zukunft direkt vor der Haustür ins kühle Nass springen können. 


Quelle:
Hohenloher Tagblatt, 14.01.2015
Anna Berger

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