Ehrenamtliches Schauspiel zahlt sich aus: Die Sparkassenstiftung hat in Hall den Förderpreis "Bühnen im Landkreis" verliehen. Sieben Theatergruppen werden für ihre Leistungen mit 8250 Euro belohnt.

Vorfreude und Anspannung herrschen im Atrium der Sparkasse in Hessental. Mehr als 100 Theaterfreunde haben sich am Montagabend versammelt, um die Preisverleihung der Sparkassenstiftung für "Bühnen im Landkreis" mitzuerleben. Nach musikalischen Startschwierigkeiten - der Verstärker möchte einfach nicht so wie es sich Sängerin Gordana Kikic vorstellt - sieht man nur strahlende Gewinnergesichter auf der Bühne.
"2011 wurde das Projekt ,Bühnen im Landkreis' als jüngstes Baby von Sparkassen-Vorstand Klaus Ehrmann ins Leben gerufen", eröffnet Thomas Lützelberger, Vorsitzender des Stiftungsvorstandes, den Abend. 18 Bewerbungen habe es dieses Jahr gegeben - um zwölf weniger als bei der ersten Preisverleihung vor drei Jahren. Insgesamt 11000 Euro Preisgeld waren es noch 2011, 8250 Euro sind es dieses Jahr. "Dieser Preis ist die wohlverdiente Belohnung für viele Stunden ehrenamtliche Arbeit", erklärt Landrat Gerhard Bauer, der ebenfalls Vorsitzender des Stiftungsrates ist.
Der Hauptpreis des Abends geht an die semiprofessionelle Theatergruppe der Burgschauspiele Leofels. Von Jurorin und Schriftstellerin Ulrike Schweikert bekommt sie auf der Atrium-Bühne einen Scheck in Höhe von 2500 Euro überreicht. Die 30-jährige Tradition und das gute Schauspiel habe die Jury überzeugt, erklärt Ulrike Schweikert.
Fast in Begeisterungsstürmen verliert sich Juror Christoph Biermeier, Intendant der Haller Freilichtspiele, als er den Hauptpreis für Amateur- und Laientheater verkündet. "Man muss schon verrückt, ziemlich selbstbewusst oder einfach gut sein, wenn man Heinrich Kleists zerbrochenen Krug inszeniert. Und das Reubacher Sommertheater ist alles drei", sagt er. Mit einem 2000- Euro-Scheck in der Hand verlassen die glücklichen Darsteller die Bühne. Auch die Jüngsten werden nicht vergessen. Die Chor-Tanz-Musical-AG der Grundschule Schrozberg wird für ihre Inszenierung des "Robinson Kindermusical" über das Leben von Straßenkindern in armen Ländern ausgezeichnet und mit 750 Euro bedacht.
"Money, money, money" heißt es nach der Preisvergabe durch Juror und SWR-Redakteur Harald Holz an das Schultheater der Schenkenseerealschule. Die 1000 Euro Preisgeld für das Musical "Fading Records" honorieren die Schüler mit einer kurzen Performance zum Lied von Abba. Damit ist der Abend aber noch nicht zu Ende, denn die Jury hat auch noch einen Sonderpreis und zwei Förderpreise in petto. Über den Sonderpreis darf sich die Theater AG des Schenk-von-Limpurg-Gymnasiums Gaildorf freuen. Für die Jury und Sparkassen-Vorstand Klaus Ehrmann spielen die Jugendlichen einfach "Schultheater auf höchstem Niveau.
"Dass sich Rivalität unter Schwestern auszahlen kann, beweist die Frauenakademie Theatergruppe der VHS Hall. "Das Stück liegt zwar erst in der Zukunft, aber schon jetzt erzählt es eine außergewöhnliche Geschichte von Liebe und Hass zwischen Schwestern", erzählt Harald Holz, während er den Frauen einen 500 Euro-Scheck überreicht.
Besonders geehrt wird auch die ortsübergreifende Arbeit der 2014 gegründeten Bädles-Bühne-Familienfreibad Hengstfeld, deren Ideen für eine Theatergruppe nach ein oder zwei Gläschen Wein langsam Gestalt angenommen haben. Beschwingt und ohne weitere musikalisch-technischen Schwierigkeiten bei Gordana Kikic, entlässt Klaus Ehrmann die Gäste ans Buffet.

Preisträger der Ausschreibung "Bühnen im Landkreis"


Erster und zweiter Theaterpreis
Der Hauptpreis ging an die Burgschauspiele Leofels (2500 Euro) und der zweite Preis an das Reubacher Sommertheater (2000 Euro).
Schultheaterpreise
Erster Preis: Realschule Schenkensee (1000 Euro). Zweiter Preis: Chor-Tanz-Musical-AG der Schule Schrozberg (750 Euro).
Sonderpreis
In dieser Kategorie wurde die Theater AG des Schenk-von-Limpurg-Gymnasiums Gaildorf (1000 Euro) ausgezeichnet.
Förderpreise
Die Frauenakademie-Theatergruppe der Volkshochschule Schwäbisch Hall (500 Euro) und die Bädles-Bühne-Familienfreibad Hengstfeld (500 Euro) haben beide einen Preis für die Projektförderung in der Zukunft erhalten.

Quelle:
Hohenloher Tagblatt, 18.11.2015
Kerstin Vlcek